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Novemberabend von Anna Ritter



Novemberabend


Kein Licht am Himmel,
Kein Laut auf den Gassen ...
In Dunkel und Stille,
Wie bin ich verlassen.

Es rauschen die Bäume ...
Der Wind hebt sich leise
Zu friedloser Irrfahrt,
Zu freudloser Reise.

Das Feuer im Ofen
Sinkt knisternd zusammen,
Von Asche begraben,
Ersticken die Flammen.

Die Lampe nur leuchtet
Hinein in das Zimmer
Und breitet um Alles
Den ruhigen Schimmer.

Sie weckt an den Wänden
Die Bilder der Lieben
Und segnet das Lied,
Das ich weinend geschrieben.

Und weiß wie ein Freund
Von vergangenen Tagen
Mir tausend vergessene
Dinge zu sagen.

Die tönen wie Märchen
Voll Sonne und Freude
Hinein in das graue,
Verlassene Heute.

Anna Ritter (1865 - 1921)


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